Wir sind eine Leistungsgesellschaft und machen immer mehr gleichzeitig. Weshalb ich auf den Gedanken komme, ganz einfach:
Weil selbst Kinder sich Energydrinks in einer bedenklichen Regelmässigkeit zuführen – egal ob es auf dem Sport-, auf dem Dorf- oder auf dem Pausenplatz ist. Sicherlich, die süsse und höchst klebrige Flüssigkeit mag vielleicht schmecken (also mir nicht). Allerdings ist die Zusammensetzung von viel Zucker mit Koffein und chemischen Zutaten nicht ganz unbedenklich. Die Power-Drinks werden selbst von 9-jährigen Kids büchsenweise getrunken.
Und ich stehe mit meinen Bedenken nicht ganz alleine: So haben sich gestern zwei Kids (neun bis zehn Jahre alt) in einer Coop-Filiale solche Energy-Drinks gekauft – zusammen mit anderen Süssikeiten. Da intervenierte ein älterer Herr an der Kasse und fragte die Verkäufeirn, ob es rechtens sei, den Kids solche Sachen zu verkaufen. Diese meinte nur lapidar, dass Energy-Drinks keiner Verkaufsbeschränkung unterliegen wie beispielsweise alkoholhaltige Getränke.
Und mein Fazit? Nun ja, nicht alles, was nicht verboten ist, ist auch richtig. Und nicht alles kann in der heutigen Konsumwelt auf die Verantwortung der Eltern abgeschoben werden (wobei diese explizit nicht davon befreit werden sollte). Allerdings würde ich es nicht nur aus ernährungstechnischer Sicht begrüssen, wenn Grossverteiler und Kohorten ein scharfes Auge auf die aus meiner Sicht unheilvollen Entwicklung im Energy-Drink-Bereich werfen würden. Vor allem, wenn die ewig gleichen jungen Kids solche Drinks gleich büchsenweise einkaufen – spätestens hier sollte ein verantwortungsvoller Erwachsener nachfragen. Beispielsweise, ob die Eltern einverstanden sind oder nicht… Und vielleicht könnte man ohne Verbot doch zumindest die Abgabe dahingehend kontrollieren, dass Energy-Drinks nur mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern an ihre Kinder abgegeben werden… Aber wahrscheinlich ist das wieder zu aufwändig…
Verfasst von Martin Hasler