Zurück aus den Ferien – frisch und munter kann mich gar nichts erschüttern:
Die ganze vergangene Woche über las ich mal vergnügt, mal erstaunt die emotional stark geprägte Diskussion um die Schwarzen Schwäne an den Gestaden des Thunersees. Es ist schon erstaunlich, wie wegen Tieren mit Menschen umgegangen wird. Schon fast traditionell wurden dabei die Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung zum medialen Schafott geführt. Es ist höchstens peinlich, wenn Medien wie mein Leibblatt nicht mehr als Katalysator, sondern als Zündkapsel fungieren. Aber wie gesagt, das konnte mich nicht wirklich erschüttern…
Überraschung dann gestern Sonntag – nach den Ferien der grosse Reinigungstag. Wohnung putzen, Wäsche waschen und Wäsche trocknen. Bei den frühlingshaften, nein schon fast sommerlich anmutenden Temperaturen wurde die feuchte Wäsche natürlich draussen an die Leine gehängt. Und da meine mir Angetraute sehr genau und – wie Frauen nun mal sind – vorausschauend arbeitet, wird die Wäsche nicht einfach aus dem Wäschekorb genommen und aufgehängt, sondern zuerst mal tüchtig bzw. kräftig „ausgeschlagen“. Tja, und dabei passierte das Unglück, das die Form eines Zwei-Fränklers hatte. Dieser steckte nämlich in einer meiner Jeans. Aber eben nur genau bis zu jenem Zeitpunkt, bis er beim „Ausschlagen“ mit hoher Geschwindigkeit aus der Jeans flog und mit einem lauten Knall gegen die Fensterscheibe donnerte, die daraufhin zwar nicht in die Brüche ging, aber nun immerhin über extrem lange Risse verfügt. Das Kunststück dabei ist, dass meine Frau nicht getroffen wurde, stand sie doch zwischen der Hose und der Fensterscheibe. Nun, wir üben jetzt schon mal fleissig die Formulierung für die nächste Serie von „Liebe Mobiliar…“
Wie wertvoll erholsame Ferien sein können zeigte sich denn auch heute Abend auf dem Weg vom Büro nach Hause. Der Zug stand bereit und fuhr mehr oder weniger pünklich um 18.04 Uhr in Bern ab. Doch in Gümligen hielt das vollbesetzte Vehikel und nach einigen Minuten erklärte der freundliche Zugführer übers Mikrofon, dass das Zugspersonal Probleme mit der Lok habe. Satte zehn oder mehr Minuten später kam schliesslich die Meldung, dass mit der Lok nichts mehr ging. Also entweder umsteigen auf die S-Bahn oder warten bis zum St.-Nimmerleins-Tag… Logisch also, umsteigen!!! Die S1-Linie war voll belegt, dass erst einmal die Türen nicht zugingen. Und schliesslich ruckelte der Zug los und pendelte langsam gen Thun… An jeder Haltestelle waren aber längere Zwischenhalte zu erdulden – wenigstens nahm die Zahl der Passagiere ab… Aber die Grenze alles Erduldsamen war für viele Passagierinnen und Passagiere kurz vor Thun – dem Zielort dieser Geleise-Reise – überschritten: Stand doch der Zug keine dreihundert Meter vom Bahnhof wieder bockstill. Nichts ging mehr. Nach einigen Witzen kam die Unsicherheit und schliesslich die Wut – und erst dann die nette BLS-Information ab Band. Wir mussten nämlich warten, da uns ein anderer Zug überholen will (Halloooooo!?!) … Dieser war aber notabene gerade vorbeigerauscht… Und trotzdem mussten wir noch weitere zig geschlagene Minuten warten, bis der Zug wieder losratterte – die restlichen 300 Meter zum Bahnhof…
Aber eben: Mich konnte heute nichts erschüttern. Denn ich hatte erholsame, wunderbare, schöne und erfreuliche Ski-Ferien… Wo? Natürlich an der Länk, dänk!!!