Supernova FC Thun
“FC Thun - Griff nach Europas Fussballsternen” heisst das Buch, das ein wunderbares Sport-Märchen illustriert. Das war 2005, und heute kräht wohl kein Hahn mehr nach diesem eigentlich sehr anschaulichen Werk…
Kein Wunder: Der FC Thun ist drei Jahre nach der Quali für die Champions League sportlich an einem Tiefpunkt und sorgt nunmehr mit traurigen Schlagzeilen über sexuelle Verfehlungen von Spielern im In- wie auch im Ausland für Aufsehen. Der kleine Schweizer Vorzeige-Sportklub von 2005 greift nun nicht mehr nach den Sternen, sondern steht unter einem schlechten Stern - im Moment sogar unter einer Supernova.
Als Aussenstehender kann ich nur beurteilen, was die Medien berichten. Das sind die Fakten für die Öffentlichkeit. Die Klubverantwortlichen zeigen sich dabei nicht gerade im besten Licht (weder in der Tagesschau noch im Blick) - wie übrigens die Spieler auf dem Platz auch nicht.
Eigentlich sollte ich mich hüten, den “Profis” zu sagen, wie man es besser macht. Aber vielleicht brauchen die wirklich einen kleinen Denkanstoss. Denn mit zu Fäusten geballten Händen kann man kein Wasser schöpfen - weder auf dem Fussballplatz noch in der Öffentlichkeit. Deshalb sollten Konsequenzen gezogen werden: Die in Sachen sexueller Übergriff fehlbaren Spieler werden dispensiert und das restliche Kader erhält einen Mentaltrainer oder besser noch eine Mentaltrainerin zur Seite gestellt, die auch etwas taugt. Der Vorstand täte indes gut daran, auch grosse Boulevard-Zeitungen ernst zu nehmen und sich ein wenig mehr in Demut zu üben - auch wenn die Journis nerven (vgl. Blick-Ausgabe von heute Montag).
Dann, ja dann ist vielleicht noch nicht alles verbaut. Und dann, ja dann werden auch mein Sohn und ich wieder die Spiele anschauen gehen und als Thuner ihren Klub anfeuern und mitfiebern. Doch im Moment - ganz ehrlich - ist mir (noch) nicht danach zu Mute…
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