Neulich beim Arzt (1): Leider kein Notfall…
Mai 16, 2008Es ist schon erstaunlich, was heute im Gesundheitswesen abgeht. Ich gehöre zu jenen Glücklichen, denen eine gute Gesundheit beschieden ist - Holz alänge! Bis auf einen regelmässigen zur kalten Jahreszeit wiederkehrenden Erkältung oder ein paar Wehwechen fühle ich mich erstaunlich gut.
Nun gibt es da aber etwas, das mich zwickt und manchmal auch gehörig weh tut - und mich deshalb auch stört. Es ist an sich keine grosse Sache und kann eigentlich rasch erledigt werden. Es ist ein beidseitiger Leistenbruch. Der ist schon länger diagnostiziert, aber eben, jetzt stört er mich doch sehr. Also auf zum Herr Doktor - in der Annahme, dass dieser Schaden dann ziemlich rasch operativ behoben werden kann.
Denkste: Solange man nicht ein Notfall ist, geht alles langsam von statten. Sind die Schmerzen erträglich? fragt der Arzt. Ja, ich schreie ja nicht die ganze Zeit…, erwidere ich. Nun gut, dann dürfte es schon ein oder zwei Monate dauern, bis Sie im Spital ihrer Wahl an der Reihe sind, meint daraufhin der Arzt.
Ein bis zwei Monate???!!! Geits no!!! Nein, so dann bitte doch nicht! Die Schmerzen sind zwar erträglich, stören mich aber schon. Mittlerweile ganz gewaltig, nämlich. Und ich mag nicht warten, bis ich ein Notfall bin. Von Gesundheitsglückspielen halte ich nämlich nichts. Also tut es mir automatisch mehr weh, was ich meinem Arzt des Vertrauens auch so mitteile. Und flugs wird aus den ein oder zwei Monaten immerhin ein Silberstreifen am Horizont, der innerhalb von drei Wochen (!!!) wieder ein gutes Lebensgefühl vermitteln sollte.
Unglaublich, wie naiv ich wieder war. Ich werde mich das nächste Mal - sofern ich je wieder mal gesundheitlich reparaturbedürftig bin - ganz nach Männer Art unter Schmerzen winden und an Wehleidigkeit nicht zu überbieten sein. Mal gucken, ob ich die Wartefrist damit weiter senken kann. Eines ist aber sicher: Ich entspreche dann dem typischen Männerbild. Wir sind ja bekanntlich hinsichtlich unserer eigenen Gesundheit wahre Memmen. Ich glaube aber, dass wir mit Blick auf den Umgang mit Patienten einfach clever geworden sind. Schrei, dann wir dir geholfen…