Jetzt ist sie also da, die Weihnachtszeit. Was für stimmungsvolle Lichtbilder den Nachthimmel nun erhellen. Verstärkt durch die weisse Pracht wird die Nacht nun schon fast zum Tage.
Der Wintereinbruch hat es in sich. Quält mich nun doch die Frage, wie ich einigermassen trockenen Fusses, vor allem aber sicher und wohlbehalten ins Büro komme. Denn der wunderbare Schnee hat es wahrlich in sich, da übereifrige Hobby-Schneeräumer mit Kleintraktoren nachts durch die Quartiere brettern, um das gefährliche Weiss zu entfernen. Bei dichtem Schneefall notabene, damit die letzten fünf Zentimeter über dem kalten Boden plattgepresst möglichst eine wunderbare glatte Schicht ergeben… Wer des Morgens dann mit dem Zweirad auf die Arbeit „fährt“ erlebt schlitternd eine schöne Bescherung…
Nicht minder turbulent und hektisch geht es kurz vor den Feiertagen in so ziemlich allen Geschäften und Büros zu und her. Denn im alten Jahr muss jetzt noch schnell alles erledigt werden, bevor es in den wohlverdienten Urlaub geht. Nun ja, ich will nicht unbedingt klagen, auch wenn dabei die Besinnlichkeit ob all der hektischen Geschäftigkeit dann doch irgendwie verloren geht – und auch mit ein paar Nüssli und einem Manderindli nicht ganz kompensiert werden kann. Aber immerhin bringt diese Geschäftigkeit auch Arbeit; mit Blick auf die von gierigen Topmanagern herbeigeführte Rezession ist das sicher eine willkommene Bescherung.
Eine richtige Bescherung ist aber der Weihnachtsstress. Und in diesem stecke ich grad. Zwischen rechtzeitig aus dem Büro kommen, um ja unverdächtig noch die eine oder andere Besorgung zu machen und pünklich zu Hause zum wohlverdienten Abendessen einzutreffen ist eine Kunst, und die stresst. Und jetzt habe ich den Salat, saisonal bitter, Endivien eben. Die bisherige Weihnachtshysterie hat bisher noch nicht wirklich etwas eingebracht. Denn von all den notwendigen kleinen Gaben für glückliche Gesichter habe ich leider längst nicht alle. Und mir bleibt deshalb nichts anderes übrig, mich am kommenden Wochenende wie viele andere auch ins Kampfgetümmel stürzen und zu erhaschen, was es gibt. Dann ist wenigstens mein Gewissen ein wenig beruhigt. Und deshalb leide ich auch darunter – eine schöne Bescherung.
Aber eben: Lieber jetzt eine überblickbare (un-) schöne Bescherung mit Gschänkli-kaufen und Glatteis-Gefahr als später eine unschöne Bescherung unter dem Weihnachtsbaum mit möglichst langen Gesichtern…
Verfasst von Martin Hasler