Ausgependelt

Juli 24, 2008

Berufliche Veränderungen bringen auch neue Arbeitswege mit sich. Als langjähriger Pendler werde ich fortan nicht mehr auf den öffentlichen Verkehr, insbesondere den Schienenverkehr angewiesen sein. Ich gebe also das GA ab, denn ich habe ausgependelt.

Endlich, kann ich da nur sagen. Fertig warten auf den übervollen Perrons voll künftiger Mitpassagiere, deren Panik, keinen Sitzplatz zu ergattern, schon vor der Einfahrt des Zuges manchmal deutlich zu erkennen ist. Fertig mit der Rempelei während der Einsteigephase, wo jeder der bzw. die Erste sein will. Fertig mit der schweisstreibenden Wärme in den Zügen. Fertig mit den Knie-Reibereien frühmorgens in den Abteils (die offenbar für kleinwüchsige und schmalbrüstige Fahrgäste konzipiert worden sind). Fertig mit der Belastung des Geruchssinns, der manchmal ob der Vielfältigkeit der Stinkereien den Geist aufzugeben drohte.

Ein klein wenig Trauer schwingt allerdings trotz der grossen Freude auch mit. Denn das wirklich einzig Positive am Zugfahren sind die Kontakte, die da geknüpft werden können – vorausgesetzt man hört keine Musik oder liest Pendlerzeitungen und Bücher. Deshalb ein kleines Dankeschön an die aufgestellten Mitpendlerinnen und Mitpendler, die die Kurzstreckenreisen ins Büro und vor allem zurück nach Hause abwechslungsreich und unterhaltsam machten…

Übrigens erwarte ich schon ein Dankeschön: Denn während die Pendlerschar unentwegt wächst und gedeiht, mache ich Platz…