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Pendeln: Mir stinkt’s…

Mai 9, 2008

… und zwar gewaltig. Zugegeben, das wunderbare Wetter beflügelt mich. Frühmorgens, wenn die Welt aus dem Schlaf erwacht und alles irgendwie noch frisch riecht. So auch im Zug, mit dem wir gemütlich von Thun gen die Bundesstadt ruckeln.

Ganz anders aber präsentiert sich die Welt der Gerüche des späten Nachmittgas, wenn der Asphalt auf den Strassen Wärme abstrahlt, sich in den Schuhen ein Fussbad entwickelt und der Schweiss in den Achselhöhlen noch immer tropft. Und dieses Bild soll sich jeder, der nicht pendelt, bitte vorstellen: wenn man oder frau nach der Arbeit mit dem Zug nach Hause fährt. Denn genau in den mehr oder weniger vollgestopften Wagons entfalten sich dann die Gerüche, die den dafür verantwortlichen Sinn aufs Äusserste strapazieren. Da wird die nette Dame um die 50 im Abteil gegenüber zum geruchsmässigen Overkill, wenn sie sich ohne mit der Wimper zu zucken der Schuhe entledigt… Oder das T-Shirt des jungen Rabauken, das bestimmt schon zum dritten oder gar vierten Mal hintereinander das Sonnenlicht und die Hitze genossen hat und wahrscheinlich mit dem ihm nun innewohnenden Salzgehalt wie eine Eins steht.

Der Unappetitlichkeiten nicht genug? Dann stellen Sie sich doch bitte mal so um die 25 Grad Wärme im Zugwagon vor, und ein nicht gerade ansprechend aussehendes Gegenüber, das genüsslich in ein Käsebrot beisst. Stellen sie sich vor, wie der Käse bei der Hitzevor sich hin schwitzt, bis dieses Sandwich nach der Entledigung der sogenannten Frischhaltefolie die volle Ladung Aromastoffe in die bereits stickige Luft des Bahnwagens entlässt…

Diese Begebenheiten sind übrigens allesamt an einem Tag im selben Zug und im Bahnwagen passiert. Ich genoss es richtig, die ozonhaltige Luft in Thun einzuatmen…

Ach ja: Schade, dass die Raucher-Abteile in den Zügen aufgehoben worden sind. Dort stank es auch immer. Aber wenigstens wusste der geneigte Pendler - ob aktiver oder passiver Raucher - wonach es roch…